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Sepp Anzenhofer * 10. März 1924 + 3. Dezember 2008 Er war kein Mann der großen Worte, sondern ein Mann der Tat, ein Macher. Sepp Anzenhofer, ehemaliger Leiter der Medienstelle des Bistums Augsburg, der am 3.12.2008 im Alter von 84 Jahren verstarb, war einer der herausragenden Pioniere der katholischen Filmarbeit. In der Nachkriegszeit war er verantwortlich für den Aufbau der katholischen Medienstelle in Augsburg und leistete dort Außergewöhnliches, das über die Grenzen des Bistums hinaus Beispielcharakter erhielt. Das Markenzeichen der Augsburger war die Organisation mobiler Filmangebote. Alle, die Anzenhofer kannten, werden seine lebhaften Berichte aus den Zeiten des Wanderkinos, als zeitweise bis zu 14 Filmwagen mit Vorführern unterwegs waren, gehört haben. Bis 1989 leitete er die Medienstelle, und Augsburg war während dieser Zeit ein fester Standort der überdiözesanen katholischen Filmarbeit. Vollversammlungen der Katholischen Filmkommission, der Anzenhofer während seiner aktiven Zeit angehörte, fanden in Augsburg ebenso oft statt wie die Internationalen Filmkritikerseminare, zu denen sich Mitarbeiter der katholischen Filmzeitschriften aus Deutschland, Österreich und der Schweiz trafen. In Augsburg gab es die perfekte Organisation und die technischen Möglichkeiten der Projektion von 35mm-Filmen, die Anzenhofer selbst einlegte. Viele FILM-DIENST-Mitarbeiter erinnern sich an die engagierten Diskussionen im Haus St. Ulrich und die abendlichen Runden am Kamin, die dazu beitrugen, das zu schaffen, was die inzwischen 102-jährige Pionierin Paula Linhart die „katholische Filmfamilie“ genannt hat. Für die kirchlichen Medienzentralen war Augsburg immer ein Standort, an dem man sich über die neuesten technischen Entwicklungen informieren konnte. Anzenhofer, von Beruf Ingenieur, war von Technik fasziniert, nicht nur wenn es um die Medien ging. Zahlreiche Anekdoten über ihn erzählen von rasanten Autofahrten und abenteuerlichen Flügen in der Propellermaschine – mit 50 machte er noch den Pilotenschein! „Teufelskerle“ mit Spencer Tracy war nach dem Krieg der erste Film im mobilen Angebot der Medienstelle. Ein Teufelskerl war er selbst: ein Kumpeltyp, stets lächelnd, herzlich, offen, zupackend. Im Film wäre er nicht der Mann in der ersten Reihe gewesen, sondern der Kumpel des Helden, der sich eher im Hintergrund hält, ohne den aber der Erfolg des Helden nicht möglich wäre. Peter Hasenberg |