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56. Internationale Filmfestspiele Berlin 2005
Die Ökumenische Jury der internationalen evangelischen Filmorganisation
INTERFILM und der internationalen katholischen Medienorganisation
SIGNIS verleiht bei der Berlinale Preise für Filme des Wettbewerbs,
des Panoramas und des Internationalen Forums des Jungen Films. Die
Preise des Panoramas und des Forums sind jeweils mit 2500.- €
dotiert, die von der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen
Kirche in Deutschland gestellt werden.
Der
Hauptpreis für einen Film aus dem Wettbewerb geht an:
Grbavica
(Österreich, Bosnien und Herzegowina, Deutschland 2005)
von Jasmila Zbanic
für
seine einfühlende und vorurteilsfreie Erzählweise, für
seine Darstellung von menschlicher Verletzbarkeit und der Kraft
der Liebe, Hass und Gewalt zu überwinden, für seine sensible
Darstellung der universalen Problematik der Versöhnung.
Der Film
erzählt die Geschichte einer Frau, die in Sarajevo in der Zeit
nach dem Krieg nicht nur mit den täglichen Überlebensproblemen,
sondern vor allem mit den Traumata des Krieges zurechtkommen muss.
Sie hat eine Tochter, die zunächst nicht weiß, dass ihr
Vater ein serbischer Soldat ist, der ihre Mutter vergewaltigt hat.
(Der Film
erhielt auch den Golden Bären und den Friedensfilmpreis.)
Der
Preis für einen Film aus der Programmsektion "Panorama"
ging an:
Komornik
(Der Gerichtsvollzieher)
(Polen 2005)
von Feliks Falk
für
ein genaues Portrait des aktuellen politischen Wandels in Polen,
das zugleich eine ethisch eindringliche Geschichte über die
universale Problematik der Korruption erzählt, für die
hohe künstlerische Qualität der Darstellung von Gerechtigkeit
und Menschenwürde.
Der Film
erzählt die Geschichte vom Aufstieg und Falls des Gerichtsvollziehers
Lucek Bohme, der im Namen des Gesetzes und ohne Rücksicht auf
die jeweiligen Umstände das Eigentum von Schuldnern beschlagnahmt.
Internationales Forum des Jungen Films:
Conversations
On A Sunday Afternoon
(Südafrika 2005)
von Khalo Matabane
für
eine formal gelungene und inhaltlich eindrucksvolle Dokumentation
der Situation von Kriegsflüchtlingen aus aller Welt, die in
Johannisburg leben.
Der Regisseur
zeigt einen Schriftsteller auf der Suche nach einer aus Somalia
geflohenen Frau. Dabei begegnet er Kriegsfluechtlingen aus aller
Welt, deren Geschichten von der Gewalt des Krieges, aber auch von
der Hoffnung auf Versöhnung zeugen.
Mitglieder
der ökumenischen Jury waren:
Jörg Herrmann (Deutschland),
Milja Radovic (Republik Jugoslawien),
Marius Sopterean (Rumänien),
Christine Stark (Präsidentin der Jury, Schweiz),
David Tlapec (USA),
Reinhold Zwick (Deutschland).
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