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Der Junge im gestreiften Pyjama
GB/USA 2008
Regie:Mark Herman
Länge: 94 Min.
Verleih:Walt Disney
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Was es mit den Leuten in den „gestreiften Pyjamas“ hinter dem Stacheldrahtzaun auf sich hat, ist dem kleinen Bruno nicht klar. Sein Vater, eine Nazi-Größe, wurde beruflich gen Osten zur Leitung eines KZs gesandt und nahm seine Familie mit. Nun lebt der Junge neben dem Lager und nähert sich in seiner kindlichen Abenteuerlust und Naivität einem der Kinder jenseits der Absperrung an, ohne zu ahnen, welches Schicksal dem jüdischen Jungen und seinen Mithäftlingen droht. Es spinnt sich eine Freundschaft an, deren Konsequenzen Bruno freilich nicht absehen kann.
Basierend auf einem Roman des irischen Schriftstellers John Boyne, inszeniert Regisseur Mark Herman den Holocaust ganz aus dem Blickwinkel eines Kindes. So irritiered diese „naive“ Perspektive anmutet, erweist sie sich doch im Lauf des Films als wirksames Erzählmittel, das suggestiv die Absurdität der Shoah einfängt, ohne dabei Bilder von expliziten Gräueltaten bemühen zu müssen. Mehr „Fabel“ bzw. Parabel als ein mit dem Anspruch auf Authentizität auftretender Geschichtsfilm, setzt der Film die von ideologischen Verzerrungen freie, rein humane Haltung seiner jungen Hauptfigur wirkungsvoll der perversen Logik des Lager-Systems entgegen. In den Hauptrollen glaubwürdig und eindringlich gespielt, erreicht der Film nicht nur die anvisierte jüngere Zuschauerschicht, sondern auch ein erwachsenes Publikum. Er erweist sich sowohl im Umgang mit dem Thema „Holocaust“ als auch in der filmischen Umsetzung der Literaturvorlage als sensibel und berührend in Szene gesetztes Drama.
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