Kinotipp der katholischen Filmkritik 169/April 2007

Robert Altman's Radio Show

USA 2006
Regie: Robert Altman
Länge: 105 Min.
Verleih: Kool Filmdistribution

Das Fitzgerald Theater, der Ausstrahlungsort der Live-Radio-Show „A Prairie Home Companion“, soll den Bauplänen einer unerbittlichen Investmentfirma weichen. Der Film beobachtet die Crew und die Künstler um Garrison Keillor, den Schöpfer und Moderator der Show, während der letzten Sendung, bei der hinter den Kulissen melancholisch Erinnerungen ausgetauscht, aber nicht resigniert wird und auf der Bühne das gewohnte Programm aus mal schmalzigen, mal komischen (Countrymusik-)Nummern präsentiert wird. Zum Publikum im Saal und den langjährigen Mitarbeitern der Show – vom über alles wachenden „Sicherheitschef“ Guy Noir bis zu den singenden Johnson-Schwestern und den zotenreißenden Cowboys Dusty und Lefty – stoßen jedoch zwei ungebetende Gäste: Ein Vertreter der Investmentfirma und eine geheimnisvolle Blondine.
Der Satiriker Altman hat mit seinem letzten Film ein heiter melancholisches, zutiefst anrührendes Meisterstück inszeniert, welches sich – in der Retrospektive betrachtet – als prophetische Beschäftigung mit den Themen Tod und Abschied sowie als sehr persönlicher Rückblick auf sein gesamtes Werk mit seinen thematischen wie stilistischen Besonderheiten herausstellt: Die fließend-schweifende Kamera, die ein vielgestaltiges Ensemble in Hochform umkreist, die Auseinandersetzung mit dem „American Way of Life“ und speziell dem Showbusiness, der wache Blick des genauen Beobachters Altman, der bei aller Finesse seinen Figuren an den Rändern genug Platz für Entwicklungen gewährt, schließen an Altmans Œuvre an, wobei seine Darstellung des besonderen Stückchens amerikanischer Radiokultur, dem er sich widmet, von besonderer Zuneigung zeugt.