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Babel
USA/Mexiko 2006
Regie: Alejandro González Iñárritu
Länge: 142 Min.
Verleih: Tobis

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Zwei marokkanische
Jungen hüten in der Nähe ihres Bergdorfs eine Ziegenherde und
lösen mit ihrer Unbedarftheit eine weltumspannende Kettenreaktion
aus: Zunächst wollen sie nur in Erfahrung bringen, ob das Gewehr
ihres Vaters wirklich drei Kilometer weit schießt; die abgefeuerte
Kugel durchschlägt die Scheibe eines Reisebusses und verletzt eine
amerikanische Touristin. Wie sich im Lauf der nächsten Tage herausstellt,
reicht das Geschoss indes bis ins ferne Kalifornien und zeigt auch in
Mexiko und Tokio noch Wirkungen, die das Leben aller Beteiligten mehr
oder minder erschüttern.
Alejandro González
Iñárritu erzählt vier Geschichten, die durch eine fatale
Fügung des Schicksals miteinander vorwoben sind. In Folge des Schusses
geraten zwei amerikanische Wohlstandskinder in Lebensgefahr, ihre mexikanische
Kinderfrau verliert Arbeit und Aufenthaltsgenehmigung, ein taubstummer
Teenager findet die Möglichkeit zur Kommunikation. Das amerikanische
Ehepaar entdeckt in der marokkanischen Wüste seine Liebe neu, ein
kleiner Junge verliert sein Leben. Der Titel des atemberaubend inszenierten
Films spielt auf die babylonische Sprachverwirrung an: Kommunikationslosigkeit
und -armut sind seine zentralen Themen. Der mexikanische Regisseur verweist
auf den denkbar schlechten Zustand einer Welt, die sich in einem Nord-Süd-Gefälle
eingerichtet hat: Während die Amerikaner und Japaner durch einen
(heilsamen) Schock ihre Sprache wiederfinden, zahlen die Bewohner der
so genannten Dritten Welt einmal mehr die Zeche ihnen bleiben Armut,
Elend und Tod.
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