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Die
große Stille
Deutschland 2005
Regie: Philip Gröning
Länge: 167 min
Verleih: X Verleih

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Die Grande Chartreuse,
das Ursprungskloster der Kartäusermönche, liegt in einem Felsmassiv
hoch über Grenoble. Hierhin ziehen sich Menschen zurück, die
ihr Leben im kontemplativen Gebet Gott widmen. Jeder von ihnen bewohnt
eine eigene Klause, in der er den größten Teil des Tages und
seines Lebens verbringt. Nur zum Chorgebet und an Sonn- und Feiertagen
treffen die Mönche zusammen, wobei das strenge Schweigegebot für
Stunden aufgehoben wird.
Ihrer Existenz spürt der Dokumentarfilm von Philip Gröning nach.
Gröning hat sich auf die asketische Daseinsform der Kartäuser
eingelassen und sich monatelang den harten Ordensregeln unterworfen. Ihn
interessiert dabei freilich nicht der streng ritualisierte Alltag hinter
den Klostermauern, sondern vielmehr die Essenz dieser unzeitgemäßen
Lebensweise, die in steter Wiederholung von Arbeit und Gebet tiefe Gelassenheit
und Vertrauen, aber auch eine Zeitlosigkeit ausstrahlt, die das moderne
Selbstverständnis irritiert. Die Bedingungen der Mönche (kein
erläuternder Kommentar, keine Interviews, keine unterlegte Musik)
münzt der Film zu seinem Vorteil um, indem er sich ganz dem Schweigen
und der Stille überlässt. Durch die kunstvolle Montage aus Klängen,
Kontrasten und fließenden Bewegungen vermittelt sich der überraschend
sinnliche Eindruck eines großen, wenngleich weiterhin fremd bleibenden
Lebensexperiments, in dessen Zentrum das Gotteslob steht.
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