Kinotipp der katholischen Filmkritik 153/Juni 2005

Kukushka - Der Kuckuck

Rußland 2002
Regie: Alexander Rogoschkin
Länge: 103 min
Verleih: Kool

Während der Zweite Weltkrieg an der finnisch-russischen Front in seine Endphase eintritt, erhalten drei Menschen die Gelegenheit, ihren vorgezogenen, ganz persönlichen Frieden zu schließen: eine sämische Bäuerin, ein finnischer Soldat und ein Unteroffizier der Roten Armee. Die drei sind auf der Suche nach ihrem Glück, doch als das Schicksal sie auf dem armseligen Hof der Bäuerin als Zufallsgemeinschaft zusammenschweißt, braucht jeder von ihnen seine Zeit, um zu erkennen, dass der jeweils andere die gleichen Wünsche und Bedürfnisse hegt. Die Annäherung an den jeweils anderen wird noch durch eine nahezu babylonische Sprachverwirrung erschwert: Niemand spricht die Sprache des anderen, und selbst die friedvollsten Absichten führen zu dramatischen Missverständnissen.
Mit folkloristischen Mitteln hat Regisseur Alexander Rogoschkin ein überzeugendes humorvolles Antikriegs-Märchen inszeniert, das das Leben feiert und dabei universelle Bedürfnisse über Grenzen und Sprachbarrieren hinaus ins Zentrum stellt. Dabei wird deutlich, dass das Streben nach Glück und Frieden ein elementarer menschlicher Wunsch ist, zu dessen Erfüllung jeder beitragen kann, der im Mitmenschen seinen Nächsten sieht. Ein Film von schlichter Schönheit, der leise Töne anschlägt, um auf Themen aufmerksam zu machen, die mitunter gerade deswegen in Vergessenheit geraten, weil sie so naheliegend sind. Der von wunderbaren Schauspielern getragene Appell für Völkerverständigung und ein gemeinsames Miteinander gesteht durchaus Gegensätze zu, rückt aber das Verbindende ins Zentrum der zutiefst humanen Erzählung.