Kinotipp der katholischen Filmkritik 150/Februar 2005

Sophie Scholl - Die letzen Tage

Deutschland Deutschalnd 2004
Regie: Marc Rothemund
Länge: 116 min
Verleih: X- Verleih

Die letzten fünf Tage von Sophie Scholl, die mit 21 Jahren als Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ für ihr Enga-gement gegen das NS-Regime zusammen mit ihrem Bruder Hans enthauptet wurde. Von älteren Verfilmungen des Stoffes (von Percy Adlon und Michael Verhoeven) unterscheidet sich der Film dadurch, dass er neues historisches Material nutzen konnte und ihm bis dato unzugängliche Verhörprotokolle zur Verfügung standen; neben Gesprächen mit Zeitzeugen bzw. deren Kindern und Sophies Tagebuchaufzeichnungen und Briefen waren diese Protokolle die Basis für ein Drehbuch, das ein möglichst authentisches Bild der Ereignisse entwirft: vom Druck und der Verteilung der letzten Flugblätter der „Weißen Rose“ an der Münchner Universität über die quälenden Verhöre, bei denen ein Gestapo-Beamter Sophie zu bewegen versucht, ihre Verbündeten zu belasten, um sich selbst zu retten, bis zum Prozess unter dem berüchtigten „Blutrichter“ Freisler und zu Sophies Hinrichtung.

Die Inszenierung ist kammerspielhaft zurückgenommen und stellt ganz die hervorragenden Darsteller ins Zentrum, vor allem Julia Jentsch als Sophie Scholl und Alexander Held als Gestapo-Beamter Mohr, deren Wortduelle während der Verhöre Herzstück des Films sind. So entsteht aus dem dunklen Kapitel deutscher Geschichte ein dichtes, erschütterndes Drama, das Sophie Scholl als ebenso intelligente wie unbestechliche Heldin zeigt, die ihr Leben aufs Spiel setzt, um dem Terror der Nazis Einhalt zu gebieten. Ihr Mut wird dabei nicht als übermenschlich dargestellt, sondern durch den Einfluss ihrer überzeugt demokratischen Eltern sowie ihre Verankerung im christlichen Glauben motiviert. Damit ist der Film nicht nur ein bemerkenswertes Dokument deutscher Vergangenheit, sondern auch ein Plädoyer für die ethischen Grundlagen, die Sophies Handeln motivierten.