Russland 2003
Regie: Andrej Swjaginzew
Länge: 106 min
Verleih: Movienet

The Return - Die Rückkehr

Kinotipp der katholischen Filmkritik 140/März 2004

Die Brüder Iwan und Andrej führen mit ihrer Mutter ein sorgenfreies Leben in der russischen Provinz - bis eines Tages ihr Vater auf der Bildfläche erscheint, der nach langen Jahren der Abwesenheit wortlos seinen Platz als Oberhaupt beansprucht. Mit ihm kehrt eine neue, autoritäre Ordnung ein. Fortan ist jede Unbeschwertheit wie weggewischt, das Daseinin ein harsches Regiment zwischen Regeln und Strafen eingezwängt. Der Mann nimmt seine Söhne mit auf eine Reise durch Nordrussland, die sich zunehmend als Härtetest und Bewährungsprobe erweist. Nichts entgeht seinem strengen Blick, keine Schwäche oder Rücksicht wird toleriert. Die Kinder reagieren unterschiedlich darauf, versuchen auf Dauer aber, sich vom Druck des Vaters zu befreien. Ihr Kampf mündet in einer Tragödie, deren Dimensionen weit über den familiären Konflikt hinausweisen.

Was als Familiengeschichte beginnt, wird zum Drama mit parabelhaften Zügen, die hinter dem Wechselspiel von Zwang und Freiheit, Sanftmut und Härte biblisch-mythologische Bezüge, aber auch historische Linien sichtbar machen. "The Return - Die Rückkehr" steht in der Tradition introspektiver russischer Filmklassiker, in der die Landschaft seelische Zustände spiegelt, wobei der russische Mystizismus in eine handfeste, klar strukturierte Geschichte eingebunden ist. Trotz aller Kargheit und Strenge, die gleichnishaften Interpretationen Nahrung geben, bleibt der souverän inszenierte Debütfilm stets einem poetischen Realismus verbunden, der die Entfremdung zwischen denn Generationen nicht in der bloßen Revolte enden lässt, sondern als Erinnerung in eine ungewisse zukunft trägt.