Türkei, Griechenland, Ungarn 2001
Regie: Handan Ipekci
Länge:128 min
Verleih: Movienet

Hejar - Großer Mann, kleine Liebe

Kinotipp der katholischen Filmkritik 133/April 2003

Nach einer blutigen Kommandoaktion durch eine türkische Anti-Terroreinheit, bei der Menschen den Tod finden, landet ein sechsjähriges kurdisches Mädchen verstört in der Wohnung eines pensionierten türkischen Richters, der seinen Nationalstolz wie seinen Augapfel hütet. Obwohl keiner die Sprache des anderen versteht, fordert das Kind trotzig ein Bleiberecht und zwingt den Mann im Laufe der Zeit, seine kemalistische Weltsicht zu revidieren. Nur langsam lernt der Richter, was das Kind intuitiv längst weiß, dass Kommunikation und Verständnis möglich und nötig sind.

"Hejar - Großer Mann, kleine Liebe" ist ein mutiger Film, der den schwierigen Weg der türkischen Gesellschaft spiegelt, einen Ausgleich zwischen Kurden und Türken zu finden. Die sensibel inszenierte Parabel plädiert für Versöhnung und Verständigung zwischen zwei verfeindeten Völkern, die sich wechselseitig ignorieren. Über den konkreten Bezug hinaus formuliert der Film vorsichtig eine Vision, wie verkrustete Strukturen und Vorurteile überwunden werden können.