Südkorea 2000
Regie: Park Chan-Wook
Länge: 110 min
Verleih: Rapid Eye Movies (O.m.d.U)

Joint Security Area

Kinotipp der katholischen Filmkritik Juli 2002

An der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea durchbricht ein nächtlicher Schusswechsel, bei dem zwei nordkoreanische Soldaten ihr Leben lassen, ein Dritter schwer verwundet wird und ein südkoreanischer Sergeant sich mit einer Schusswunde auf die eigene Seite der Grenze zurückschleppt, den sonst durch lähmende Routine geprägten Dienst. Wie es zu den Todesschüssen kommen konnte, beantwortet Regisseur Park Chan-Wook mittels einer aus dem westlichen Genrekino vertrauten Erzählstruktur: Indem er die Handlung wie ein Puzzle anlegt, scheinen die verhängnisvollen Ereignisse der tragischen Nacht zunächst nur in vereinzelten, unzusammenhängenden Detailaufnahmen auf; diese fügen sich erst allmählich zur Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft über die Grenze hinweg.

Das große Vergnügen, das dieser mit den Mitteln eines Thrillers arbeitende Film bereitet, folgt nicht zuletzt aus der frappierenden Ungezwungenheit im Umgang mit den formalen Mitteln. Als unaufdringliche humanistische Parabel, die von der Hoffnung erzählt, dass eine Überwindung ideologischer Feindbilder möglich ist und der Sehnsucht nach einer Wiedervereinigung der beiden koreanischen Staaten beredt Ausdruck gibt, vermittelt "Joint Security Area" nicht nur wichtige politische Information, sondern bietet Unterhaltung auf einem bestechend hohen Niveau. Das ist das Verdienst eines intelligenten Drehbuchs, doch führt erst das Schlussbild vor Augen, mit welch lakonischer Sorgfalt dieses Buch realisiert wurde.