Norwegen 2001
Regie:Peter Naess
Länge: 102 min
Verleih: Arsenal

Elling

Kinotipp der katholischen Filmkritik April 2002

Zwei Jahre nach ihrem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik müssen zwei Männer den Schritt ins normale Leben wagen. Während der robuste Kjell Bjarne die gemeinsame Wohngemeinschaft als Basisstation für seine Erkundungen ins Leben und dessen Sinnenfreunden betrachtet, ist sie für das 40-jährige Muttersöhnchen Elling zunächst Versteck. Doch auch dem Sonderling mit den eigenwilligen Gedankengängen gelingt - nicht zuletzt durch die Macht der Poesie - die Annäherung an die so genannte Normalität.

Dem norwegischen Theaterregisseur Peter Naess ist mit seinem zweiten Spielfilm eine unangestrengte Annäherung an zwei psychisch labile Menschen gelungen, deren Eigenheiten nicht denunziert, sondern vorbehaltlos akzeptiert werden. Dabei nutzt die sympathische Komödie ihren stellenweise skurrilen Humor, um das Wesen der Normalität und ihre Definition zu hinterfragen. Zugleich enstand ein Film über Freundschaft und Liebe sowie das Recht scheinbarer Außenseiter auf die Anerkennung ihrer Glücksansprüche. Ein kleiner, rundum gelungener Film, getragen von überzeugenden Hauptdarstellern, der seine Geschichte nie Mitleid heischend erzählt, sondern für Toleranz wirbt