USA 2001
Regie: Lasse Hallström
Länge: 111 min
Verleih: Concorde

Schiffsmeldungen

Kinotipp der katholischen Filmkritik März 2002

Ein schüchterner, etwa einfältiger Mann flüchtet nach dem Scheitern seiner Ehe zusammen mit seiner kleinen Tochter in die Heimat seiner Vorfahren nach Neufundland. Im frostigen, nasskalten Nordosten der USA gelingt es ihm, allmählich Fuß zu fassen, weil die wortkargen Bewohner selbst Eigenbrötler sind und seine Schrullen akzeptieren. Er findet bei einer lokalen Tagezeitung Arbeit, für die er über ein- und auslaufende Schiffe berichtet, wobei er mit der Zeit auch den Rätseln und Geheimnissen seiner eigenen Existenz auf die Spur kommt.

Die eindringliche Adaption des gleichnamigen Romans von E. Annie Proulx überrascht durch ihren beiläufigen Humor, der die Schicksalhaftigkeit der Erzählung wohltuend durchbricht. Mit ebenso poetischen wie symbolischen Bildern einer unwirtlichen, in klammer Kälte, Eis und Schnee erstarrten Winterlandschaft führt der Film in ein fantasievolles Zwischenreich, das viel zur Erklärung der Charaktere und ihrer Handlungen beiträgt. Besonders überzeugt dabei die unaufdringliche Wandlungsgeschichte eines Menschen, dem es durch Beständigkeit, Mut und die Zuwendung anderer gelingt, den Ängsten der Kindheit Herr zu werden und sich über alle physischen und psychischen Einschränkungen hinweg zu setzen.