Dänemark 2000
Regie und Buch: Lone Scherfig
Länge: 108 min
Verleih: Kinowelt

Italienisch für Anfänger

Kinotipp der katholischen Filmkritik Januar 2002

Ein Volkshochschulkurs für Italienisch wird für einige Menschen in einer Kopenhagener Vorstadt zum sanften, aber beharrlichen Hoffnungsschimmer in ihrem unspektaktulären Dasein, das sie in Sackgassen oder vor scheinbar unüberwindbare Hürden geführt hat. Fünf Todesfälle, zwei Trauerfeiern und eine Diskussion über Verluste spielen schließlich eine entscheidende Rolle auf dem Weg zu neuen Perspektiven.

Die Dänin Lone Scherfig lässt in ihrem wunderschönen, ebenso amüsanten wie traurigen Film nicht das geringste Klischee zu. Geheimnisse werden gelüftet, Fronten eingerissen, verdrängte Zuneigungen offen gelegt, und all dies mit einer Leichtigkeit und einem Charme, den man weniger von einem "Dogma"-Beitrag als eher von französischen Filmen erwartet hätte. Die Figuren sind dabei noch eine Spur alltäglicher, einfacher und damit individueller, sie reden und handeln mit Bedacht, weil sie um die Zerbrechlichkeit der dörflichen Symbiose und ihrer jeweiligen Stellung wissen. Aber ihre Sehnsüchte erweisen sich als stärker: Da sind Figuren wie der neue Pfarrer, der verkappte Fußballprofi, die Friseuse und die Bäckerin, die eine unerwartete Verwandtschaft verbindet; einfühlsam umkreist sie der frische, inspirierende Film und findet den Mut, diese Alltagsmenschen mit ihren Macken ernst zu nehmen. Subtil spricht er dabei Themen wie Glaube, Glück und Versöhnung an.