Deutschland/USA 2001
Regie: Tom Tykwer
Länge: 95 min
Verleih: X Filme

Heaven

Kinotipp der katholischen Filmkritik Februar 2002

Auf einer Rolltreppe gleitet Philippa in den Untergrund der Stadt, während im Bildhintergrund ein gläserner Fahrstuhl in die Höhe schwebt. Das Ende dieser ersten Sequenz nimmt bereits den Charakter und Ende des Films vorweg. Sekunden später detoniert eine Bombe und zerreißt vier unschuldige Menschen. Philippa, die ihre Tat angekündigt hatte, wird verhaftet und dem Haftrichter vorgeführt. Erst hier erfährt sie von den tragischen Dimensionen ihrer Tat, die eigentlich das Leben eines Drogenhändlers aus der Turiner Gesellschaft hätte beenden sollen.

Tom Tykwers Drama über Schuld und die Macht der Liebe greift ein Drehbuch von Krzysztof Kieslowski auf, wobei die Affinität beider Regisseure zu den Themenkomplexen Zufall, Verzweiflung und Erlösung deutlich wird. Tykwer versteht sich jedoch nicht als Kopist, sondern behält durchaus seinen eigenen Stil bei, was in den ausgeklügelten Kamerapositionen sowie der räumlichen Inszenierung seiner HauptcharakterSe deutlich wird. So langsam, wie ihre Liebe wächst, und so behutsam, wie sie Vertrauen fassen, so lange dauert auch der Prozess der körperlichen Annäherung. Eine eher unbewusste Berührung gibt den ertsten Impuls, dann bleiben die Liebendenfür lange Zeit auf Distanz; nur allmählich stellt sich Nähe ein . Tykwer gelang ein betörend schöner, nachdenklich stimmender Film, dessen Farben immer heller werden, bis sich die Liebenden im Hellblau des Himmels verlieren und Erlösung finden.