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Internationalen
Kurzfilmtagen Oberhausen
2009
Die Ökumenische Jury bei den 55. Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen (30. April bis 5. Mai 2009) hat den Film
Elefantenhaut (Österreich 2009)
von Severin Fiala und Ulrike Putzer
ausgezeichnet.
Der knapp 35minütige Film schildert die Probleme einer Frau in der österreichischen Provinz, die als Packerin in einer Druckerei arbeitet und zusätzlich mit der Pflege ihrer bettlägerigen Mutter belastet ist. Die Jury schreibt in ihrer Begründung: „ Elefantenhaut zeigt Menschen in einer tristen Umgebung, die sich immer wieder als stark, liebevoll und menschlich erweisen. Der Film nimmt ein aktuelles Thema zeitgemäß auf und lenkt den Blick auf verloren geglaubte Möglichkeiten des Lebens.“ Der Film erhielt auch eine Lobende Erwähnung von der Jury des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen.
Ein ganz andere Beziehung, diesmal zwischen zwei Männern, schildert der Animationsfilm
The Conservatory (Großbritannien 2008)
(Das Gewächshaus) von Matilda Tristram,
den die Jury mit einer Lobenden Erwähnung bedachte. Die Jury erklärte dazu: „Kurz und humorvoll zeigt der Film wie Unausgesprochenes Form annimmt, verletzt und überwunden wird.“
Mitglieder der Jury waren:
Julia Helmke, Hannover (Präsidentin),
Gudrun Hohenberger, Graz,
Vanessa Weinert Locke, Hamburg,
Natalie Resch, Graz,
Eberhard Streier, Essen. |
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2007
Die Ökumenische
Jury bei den 53. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 2007 (3. bis
8.Mai 2007) hat ihre Preise vergeben. Der Hauptpreis der Jury, dotiert
mit 1.500 €, ging an den Film
Tolya (Israel
2006)
von Rodeon Brodsky
Was macht ein
russischer Gastarbeiter, der am Internationalen Frauentag zuhause anrufen
will und sich seiner geliebten Frau nicht verständlich machen kann,
weil ihm die Zähne ausgefallen sind? Der in Russland geborene und
seit 2000 in Israel lebende Regisseur entwickelt daraus eine Geschichte
voller Humor. Die Jury bewertete vor allem das positive Ende hoch: In
einem verfahrenen Moment schafft er es, durch eine überraschende
Aktion gemeinsam mit seiner Frau am Telefon zu lachen. Erfrischend, human
und liebevoll - ein Erstlingswerk, das überzeugt.
Lobenden Erwähnung
erhielten die Filme:
We Will Win
(Libanon 2006)
(Wir werden gewinnen)
von Mahmoud Hojeij
Nach Ansicht
der Jury eine entlarvende Allegorie des arabisch-israelischen Konfliktes,
realisiert mit einfachsten Mitteln.
Nemam ti sta rec'
lijepo (Kroatien 2006)
(Ich habe dir nichts Nettes zu sagen)
von Goran Devic
Der Film
stellt sich durch seine schonungslose Bestandsaufnahme den Verdrängungsprozessen
in einer kroatischen Kleinstadt der Nachkriegszeit entgegen. Solange keine
Auseinandersetzung mit der Wahrheit stattfindet, kann es in dem Ort nicht
hell werden.
Mitglieder der Jury
waren:
Frauke Baymann
(Frankreich),
Bernd Durst (Deutschland),
Lucienne Lanaz (Schweiz),
Julia Laggner (Österreich),
Eberhard Streier (Deutschland)
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2006
Die Ökumenische
Jury bei den 52. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen 2006 (4. bis 9.Mai
2006) hat ihre Preise vergeben. Der Hauptpreis der Jury, dotiert mit 1.500
€, ging an den Film
Me First (Kenia
2005)
von William Owusu
In der Begründung heißt es: Ein Mann reflektiert einfühlsam
seine zerbrochene Beziehung, überwindet empathisch seine Selbstzweifel
und geht schließlich seinen Weg. Beeindruckend ist dabei die Übertragung
seiner Befindlichkeit in die Bildsprache. Nicht zuletzt hat der Film auch
darin eine besondere Qualität, dass er ein Bild aus Afrika vermittelt,
das wenig bekannt ist.
Eine Lobende Erwähnung
ging an den Film
Civil Status
(Russland 2005)
von Alina Rudnitskaya
Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: In einer Behörde
fängt die Regisseurin menschliche Reaktionen bei Lebenseinschnitten
wie Hochzeit, Scheidung, Geburt und Tod ein. Gestik und Mimik der Beteiligten
durchbrechen nicht nur den bürokratischen Rahmen, sondern auch den
dokumentarischen Charakter des Films. Gefühle beugen sich nicht dem
Verwaltungsapparat.
Eine weitere Lobende
Erwähnung erhielt der Film
A Moment of Love
(Malaysia 2005)
von James Lee
A Moment of Love so die Jury ist ein Film
über eine zerbrechende Partnerschaft, der dem Publikum viel Raum
gibt, sich in die Gedanken der Protagonisten einzufühlen. In ausdrucksvollen
Bildern und mit wenigen Dialogen hält er die Zuschauer in Bann ohne
eine endgültige Lösung vorzugeben.
Für die internationalen
kirchlichen Filmorganisationen INTERFILM (evangelisch) und SIGNIS (katholisch)
waren in der Jury vertreten:
Trudie Joras, Deutschland,
Eberhard Streier, Deutschland (Vorsitzender),
Raymond Olsen, Dänemark,
Michael Müller, Deutschland und
Christian Murer, Schweiz. |
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2005
Die
Ökumenische Jury bei den 51. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen
(5. bis 10. Mai 2005) hat ihre Entscheidung getroffen. Der mit 1500
€ dotierten Preis geht an den englischen Film
City
Paradise (Stadtparadies)
von Gaëlle Denis
Der 6-minütige Film erzählt die Geschichte einer Japanerin,
die nach London kommt und durch Zufall eine mysteriöse Gegenwelt
im Untergrund der Metropole entdeckt.
Die Jury befand: Der Film erzählt auf originelle und anrührende
Weise die Geschichte einer wunderbaren Verwandlung. Zusammen mit der
Protagonistin tauchen wir ein in eine Atmosphäre der Leichtigkeit,
die das Fremdsein überwindet. Die Regisseurin beweist, wie amüsant
und unterhaltsam die Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen geschehen
kann.
Eine
Lobenden Erwähnung erhielt der Film
Border
(Grenze)
von Laura Waddington
Die englische Regisseurin, deren Videoarbeiten in diesem Jahr auch in
einem Sonderprogramm in Oberhausen zu sehen waren, verbrachte 2002 einige
Monate mit afghanischen und irakischen Flüchtlingen, die von Frankreich
aus durch den Eurotunnel nach England zu gelangen versuchen.
Abseits der herkömmlichen Berichterstattung konfrontiert
uns die Regisseurin so die Jury - mit ungewohnten
Bildern einer politischen Tragödie. Sie verleiht, selbst Grenzgängerin
zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, den konturlosen Gesichtern ein
Profil Menschen im Dunkeln.
Mitglieder
der Jury waren:
Eva Furrer-Haller (Schweiz, Präsidentin),
Els van Driel (Niederlande),
Dirk von Jutrczenka (Deutschland),
Sebastian R.B.Schlöglmann (Österreich) und
Eberhard Streier (Deutschland).
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2004
Beim Jubiläumsfestival,
den 50. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen hat die Ökumenische
Jury
ihren mit 1.500 EUR dotierten Preis vergeben.
Britanya
von Marjoleine Bonnstra
Niederlande 2003.
Der Film befasst sich mit dem kontroversen Flüchtlingszentrum in
Sangatte, einer nordfranzösischen Stadt in der Nähe des Eingangs
zum Eurotunnel, das im Dezember 2002 geschlossen wurde. Die holländische
Fotografin und Filmemacherin lässt die unterkunftslosen Flüchtlinge
zu Wort kommen. Die Jury war beeindruckt:
"Dieses Video ragt aus den zahlreichen Filmen zum Thema Migration
deutlich heraus. Zurückhaltend und sensibel gibt er Menschen, die
nur ihre Hoffnung haben, Gesichter und Würde, Raum und Zeit. Bemerkenswert
sind seine herausfordernde Filmsprache, seine ruhigen Einstellungen und
seine beeindruckende Symbolik."
Eine Lobenden Erwähnung
erhiet der Wettbewerbsbeitrag
Les Tartines
(Schnittchen)
von Anthony Vouardoux und Tania Zambrano-Ovalle
Schweiz 2003
Frisch, leicht und originell, humorvoll und hintergründig spielt
'Les Tartines' mit der Bedeutung von Liebe, Sexualität, Essen und
Sprache.
Eine zweite Lobende
Erwähnung erhielt der Film
WASP
von Andrea Arnold
Großbritannien 2003
Der Film erzählt die Geschichte einer in schwierigen sozialen Verhältnissen
lebenden alleinerziehenden Mutter, die ihre vier Kinder vernachlässigt
und in Gefahr bringt, als sie einen alten Freund trifft. Armut, Muttersein,
Hoffnung auf ein besseres Leben - darum geht es in 'WASP'. Humorvoll und
spannend zugleich gestaltet der film diese brisanten Themen. Im Dogma-Stil
gedreht, lebt WASP von seinen hervorragenden schauspielerischen Leistungen,
dem fesselnden Soundtrack und einer überzeugenden Dramaturgie.
Mitglieder der Jury
waren:
Alexander Deeg, Erlangen
Ylva Liljeholm, Orebrö/Schweden
Wolfgang Luley, Frankfurt am Main (Präsident)
Eberhard Streier, Essen
Peter Weskamp, Zürich |
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2003
Die Ökumenische Jury bei den 49. Internationalen Kurzfilmtagen
Oberhausen vergibt ihren Preis an
Kis apokrif
von Kornél Mundruczo (Ungarn).
Der Film reflektiert die Frage nach Identität. Einzelne Persönlichkeitsfragmente
eines Jungen werden wie in einem Kaleidoskop vervielfältigt und gebrochen
dargestellt. Diese besondere Ästhetik vermittelt einen dynamischen
Prozess der Selbstsuche, der sich letztendlich jeder eindeutigen Auflösung
verweigert.
Eine lobende Erwähnung
geht an
A margem da imagem
von Evaldo Mocarzel (Brasilien)
Am Beispiel eines Dokumentarfilms über Obdachlose stellt sich die
Frage nach Chancen und Grenzen der Ethik engagierter Kunst.
Das Festivalprogramm
war nach Auffassung der Jury sehr vielseitig und anspruchsvoll, insbesondere
mit der Reihe "Re<lokal>isierung". Um dem Rechnung zu
tragen, hat die Jury noch eine weitere lobende Erwähnung ausserhalb
des internationalen Wettbewerbs vergeben, und zwar an einen Film des deutschen
Wettbewerbs, Integration von Siegfried Koepf. Pointierter wurde die deutsche
Nationalhymne nie gespielt.
Mitglieder der Ökumenischen
Jury waren:
Astrid Polz-Watzenig (Österreich)
Manfred Burger (Deutschland)
Waltraud Verlaguet (Jurypräsidentin, Frankreich)
Markus Buss (Deutschland)
Eberhard Streier (Deutschland) |
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2002
Der Preis der Ökumenischen
Jury bei den 48.Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen geht an
Suka (Bitch)
von Igor Voloshin(Russland 2001)
In seiner Dokumentation aus dem Tschetschenienkrieg schafft der Regisseur
eine Nähe zu den porträtierten Soldaten, ohne in zynischer Distanz
zu verharren oder moralisch zu manipulieren. Unter hohem persönlichem
Einsatz vermittelt er Einblicke in einen verselbständigten Gewaltapparat,
der keine Feinde mehr benötigt, um Menschen zu Tätern und Opfern
zu machen.
Lobende Erwähnungen
erhielten:
Sidet´v shkafu
(Im Schrank sitzen)
Tania Detkina (Russland 2001)
und
Je m´appelle
(Ich heiße
)
Stéphane Elmadjian (Frankreich 2001).
Tania Detkinas Schilderung
eines schicksalhaften Familienbesuches zeugt, von wahrhaftiger Einfühlung
in die Figuren und die sie bestimmenden Verhältnisse, ohne spekulative
Melodramatik. Dabei findet die Regisseurin zu einer unverbrauchten Bildersprache,
lebendig und präzise.
Zum Film "Je ma'apelle" stellte die Jury fest: Durch innovative
Verschränkung von Wort und Bild lädt der Film "Je m'appelle"
ein, Menschen mit einem Blick für ihre Geschichten zu sehen und Geschichten
mit der Frage nach den Menschen darin zu hören. Er demonstriert,
dass Lebensgeschichten immer auch Leidensgeschichten sind, die nicht generell
durch Freiheitsversprechungen legitimiert werden können.
Mitglieder der Jury
waren:
Johannes Binotto, Dorf/Schweiz
Bernd Durst, Frankfurt am Main
Michael Kranzusch, Lüneburg
Otmar Schöffler, Münster (Vorsitzender)
Eberhard Streier, Essen |