Filmfestival Leipzig

2008

Der Preis der Ökumenischen Jury beim 51. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilme (27.10. – 2.11.2008) ging an den Film

El Olvido (Oblivion)
Niederlande
von Heddy Honigmann.

Die Ökumenische Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt: „Kellner, Schuhputzjungen, Mädchen, die an einer Straßenkreuzung Kunststücke vorführen – in der Millionenstadt Lima bleiben sie in der Regel unbeachtet. Heddy Honigmann schenkt ihnen Aufmerksamkeit. Ihr Film macht die Würde und den Charme der Übersehenen sichtbar: Sie sind das heimliche Herz der Stadt. Mit großer Empathie und in liebevollen Bildern lässt die Regisseurin ihre Protagonisten von ihrem Leben erzählen. Ganz von selbst offenbaren sich so die Absurdität und das Unrecht der politischen Verhältnisse.“

Mitglieder der Jury waren:
Francoise Lods (Frankreich),
Pier Mario Mignone (Italien),
Angelika Obert (Deutschland) und
Lothar Strüber (Deutschland).

 

2007


Der Preis der Ökumenischen Jury beim 50. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilme (29.10. – 4.11.2007) ging an den Film

Kamienna Cisza (Stone Silence)
Polen 2007
von Krzysztof Kopczynski.

Der Film des 48jährigen polnischen Regisseurs, der bisher als Autor und Produzent höchst erfolgreich war, begibt sich auf Spurensuche in ein Dorf in den Bergen Nord-Afghanistans. Dort ist eine 25-jährige Frau, Amina, die des Ehebruchs überführt worden war, am 23. April 2005 zu Tode gekommen. Ist sie wegen Ehebruchs gesteinigt worden? Die Jury schreibt in ihrer Begründung: „Der Film führt den Zuschauer mit faszinierenden Bildern durch ein Labyrinth von Wahrheit und Lüge, Ungesagtem und Widersprüchen. Die Dorfgemeinschaft versucht dem Druck des Gesetzes, der Religion und der Tradition auszuweichen. Auf der spannenden Suche nach der Wahrheit gelingt es dem Film den lokalen Kontext zu überwinden und die biblische Frage aktuell und provokativ zu stellen: Wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“

Mitglieder der Jury waren:
Guido Erbrich (Deutschland, Präsident),
Dr. Margit Frölich (Deutschland),
Erich Langjahr (Schweiz),
Jacques Vercueil (Frankreich).

2004

Der Preis der Ökumenischen Jury beim 47. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilme ging an den Film

Am seidenen Faden (Deutschland 2004)
von Katarina Peters
In ihrem Filmtagebuch dokumentiert die Regisseurin den Heilungsprozess ihres Mannes (eines jungen Musikers) nach einem schweren Gehirnschlaganfall. Die Erzählweise gewährt uns einen sehr intimen Einblick in das nachhaltig veränderte Leben beider, in den Kampf um ihre Ehe und ihre zukünftige Existenz. Zweifel und Gefährdungen verschweigt dieser berührende Film über die Bewältigung von Schicksal ‚am seidenen Faden' nicht: ein Exempel für Liebe und Verantwortungsbereitschaft, für Mut und Lebenswillen!

Mitglieder der Jury waren:
Arne Kristophersen (Dänemark)
Reinhard Middel (Deutschland)
Guido Convents (Belgien)
Ottmar Schöffler (Deutschland)


2003

Beim 46. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm ging in der Kategorie Dokumentarfilm der 'Preis der Ökumenischen Jury' an

Cistyj Cetverg (Reinigungtag),
Rußland 2003, Regie: Aleksandr Rastorgujew

Ein virulenter Diskussionsbeitrag über die irreversiblen Schäden von Kriegsführung. Der Film trotzt mit seinen Bildern den Bemühungen, den Krieg reinzuwaschen.;

Eine Lobende Erwähnung sprach die Jury aus für

Kola (Das Rad),
Weißrußland 2003, Regie: Victor Asliuk

Ein poetischer Kamerafilm mit einem Augenmaß für ein Leben zwischen Hoffnung und Tristesse.


Mitglieder der Ökumenische Jury waren
Marcel Bauer, Belgien
Johannes Horstmann, Deutschland (Präsident)
Dorothea Moritz, Deutschland
Peter F. Stucki, Schweiz (Sekretär)

2002

Die Ökumenische Jury beim 45. Internationalen Festival für Dokumentar- und Animationsfilm vergab den Preis der Ökumenischen Jury an den Film

Hirtenreise ins dritte Jahrtausend
von Erich Langjahr (Schweiz 2002)
"Hirtenreise" ist die sorgfältige Studie des außergewöhnlichen Berufs der Hirten in der Schweiz. Zugleich ist der Film eine vielschichtige Reflexion über die Beziehung zwischen Mensch, Tier und Schöpfung im hochtechnisierten dritten Jahrtausend. In präzise komponierten Bildern gelingt es dem Regisseur, einen Lebensrhythmus nachzuzeichnen, der wirtschaftliche Notwendigkeiten mit den Anforderungen der Jahreszeiten, der Natur und der Tiere vereinbaren muss. Die Filmmusik akzentuiert diese Widersprüche nochmals auf eine eigenständige Weise. "Hirtenreise" ist Dokument eines Berufs und des damit verbundenen Lebenskonzepts. Er gewinnt zudem eine neue, kritische Sicht hinsichtlich des Verhältnis von Gesellschaft und Natur.

Mitglieder der Jury:
Pfr. Thomas Bohne (Deutschland),
Jakob Hoffmann (Deutschland),
Bernadette Meier (Schweiz),
Kveta Samajova (Tschechien)